Deutschland im Restrukturierungsmodus
Im Jahr 2025 registrierten die deutschen Amtsgerichte 24.064 Unternehmensinsolvenzen – der höchste Stand seit über zehn Jahren. Nach +22,1 % in 2023 und +22,4 % in 2024 setzt sich der Trend fort. Zudem erwarten 74 % der Interim-Management-Anbieter in Deutschland einen weiteren Anstieg von Restrukturierungsprojekten.
Quellen: Destatis, Handelsblatt Research, DDIM Marktstudie 2025
Warum Restrukturierungskrisen heute anders aussehen
Während früher vor allem Liquiditätsengpässe im Vordergrund standen, sehen sich Unternehmen heute mit einer vielschichtigen Gemengelage konfrontiert – extern und intern gleichzeitig. Klassische Managementansätze stoßen dabei schnell an ihre Grenzen.
Externe Druckfaktoren
- Hohe Energiekosten und Rohstoffpreise
- Geopolitische Verwerfungen und Handelsrisiken
- Rückläufige Nachfrage in Kernmärkten
- Neue Wettbewerber aus Niedrigkostenmärkten
- Steigende Zinsen und erschwerter Kreditzugang
Interne Herausforderungen
- Überforderung des bestehenden Managements
- Fehlende Klarheit über finanziellen Runway
- Mangelnde Stakeholder-Einbindung
- Unzureichende Steuerungsinstrumente
- Hoher Zeitdruck bei gleichzeitiger Dokumentationspflicht
Viele Unternehmen erkennen die Krise zu spät. Strategische Krise folgt operative Krise, auf die dann die finanzielle Krise folgt. Wenn drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt, stehen Geschäftsführer und Vorstände zusätzlich vor haftungsrechtlichen Risiken – die Insolvenzantragspflicht greift, und Zeitdruck ist kein Schutz vor Haftung.
Was bedeutet Restrukturierung?
Restrukturierung bezeichnet eine grundsätzliche betriebswirtschaftliche Neuausrichtung eines Unternehmens mit dem Ziel, Kostenstruktur, Liquidität, Eigenkapitalbasis und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Im Unterschied zum Turnaround muss eine Restrukturierung nicht zwingend in einer existenzbedrohenden Krise stattfinden – auch proaktive, strategisch initiierte Umstrukturierungen fallen darunter.
Strategische Krise → Wegfall von Märkten, disruptive Konkurrenz, Geschäftsmodell unter Druck. Handlungsspielraum groß, Zeitdruck gering.
Operative Krise → Sinkende Margen, Effizienzverluste, erste Liquiditätsengpässe. Handlungsdruck steigt, Optionen werden weniger.
Finanzielle Krise → Drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Sofortiger Handlungsbedarf – gesetzliche Pflichten des Managements greifen.
Einsparungs- und Optimierungspotenziale sind schnell gefunden. Die Herausforderung liegt in der konsequenten operativen Umsetzung – und dafür braucht man jemanden, der es schon gemacht hat.
Restrukturierung oder Turnaround – was ist der Unterschied?
Grundlegende Neuausrichtung
- Geplant oder proaktiv ausgelöst
- Umfasst Strategie, Organisation und Kapitalstruktur
- Kann außerhalb akuter Krise stattfinden
- Zeithorizont: 6–24 Monate
- Stakeholder-Kommunikation: strukturiert, geregelt
- Typische Rollen: CRO, Interim CFO, Programm-Manager
Krisenabwehr unter Zeitdruck
- Reaktiv – akute Existenzgefährdung
- Fokus: Liquidität, Rentabilität, Cash Flow
- Immer krisenbehaftet
- Zeithorizont: 90 Tage bis 12 Monate
- Rasches, entschlossenes Handeln erforderlich
- Typische Rollen: Interim CEO, CRO, Sanierungsgeschäftsführer
Restrukturierung nach StaRUG, Eigenverwaltung & InsO: Die Verfahren im Überblick
Seit Januar 2021 steht deutschen Unternehmen mit dem StaRUG ein präventives Restrukturierungsinstrument zur Verfügung – vertraulich, ohne Insolvenzstatus, mit voller Kontrolle des Managements. Daneben bietet das Insolvenzrecht mit Schutzschirmverfahren und Eigenverwaltung erheblichen Gestaltungsspielraum.
Valtus-Interim-Manager sind in allen vier Stadien einsetzbar – als CRO, Interim CEO oder CFO mit nachgewiesener Erfahrung in gerichtlichen und außergerichtlichen Prozessen.
Voraussetzung: Drohende Zahlungsunfähigkeit – kein Insolvenztatbestand erforderlich.
Kernmechanismus: Restrukturierungsplan mit qualifizierter Mehrheit – auch gegenüber dissentierenden Gläubigern verbindlich (Cross-Class Cram-down).
Vorteil: Vertraulichkeit, kein öffentlicher Insolvenzstatus, Management bleibt in Kontrolle.
Typischer Einsatz: Bilanzrestrukturierung, Schuldenmoratorium, Anpassung von Finanzierungsverträgen.
Was unsere Restrukturierungs-Interim Manager mitbringen
Valtus Deutschland vermittelt ausschließlich Interim Manager – keine Unternehmensberatung, keine Gutachten ohne Umsetzungsverantwortung. Unsere Kandidaten übernehmen operative Führungsrollen mit voller Entscheidungsgewalt, häufig in Organfunktion, und mit dem klaren Ziel, das Unternehmen stabilisiert und handlungsfähig zu übergeben.
- Nachgewiesene Erfahrung aus mehreren Restrukturierungsmandaten: operative Realität statt Lehrbuch.
- Externe, unvoreingenommene Perspektive – ohne Betriebsblindheit, ohne interne Abhängigkeiten.
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck – und die Fähigkeit, alle Stakeholder (Banken, Gesellschafter, Mitarbeitende) in eine Richtung zu führen.
- Tiefe Kenntnis der deutschen Marktbedingungen: Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Bankenlandschaft, Mitbestimmung.
- Persönliche Ergebnisverantwortung – nicht als externer Dienstleister, sondern als Teil des Führungsteams.
Während des gesamten Mandats begleitet ein Valtus Partner den Einsatz persönlich – mit regelmäßigen Reviews, transparenter Kommunikation und der Sicherheit, dass die vereinbarten Ziele erreicht werden.
Führung in stürmischen Zeiten – Was Restrukturierung wirklich bedeutet
Valtus-Experten und Praktiker über Krisen-Führung, Stakeholder-Kommunikation und wann ein Interim CRO die richtige Lösung ist – und wann nicht. → Aufzeichnung ansehen
Restrukturierungs-Interim-Manager: Welches Profil braucht Ihr Unternehmen?
Je nach Krisenstadium und Ausgangslage vermittelt Valtus unterschiedliche Führungsprofile mit nachgewiesener Restrukturierungserfahrung:
Chief Restructuring Officer (CRO)
Gesamtverantwortung für den Restrukturierungsprozess mit direkter Berichtslinie an Gesellschafter, Aufsichtsrat oder Investoren. Koordiniert alle Workstreams, führt Gläubigerverhandlungen.
Interim CFO in der Krise
Liquiditätssteuerung, Cash-Flow-Planung und Bankenverhandlungen. Erster Einsatz, wenn die CFO-Position vakant ist oder fehlende Restrukturierungserfahrung das Risiko erhöht.
Profil ansehen →Interim CEO / Sanierungsgeschäftsführer
Operative Gesamtverantwortung – auch in Eigenverwaltung. Bringt die Distanz und Entscheidungsgeschwindigkeit, die internes Management in dieser Situation oft nicht leisten kann.
Profil ansehen →Interim COO / Operational Restructuring
Stabilisierung von Prozessen, Kostenreduktion und Sicherstellung der Lieferfähigkeit. Entscheidend, wenn sich die Restrukturierung im Operativen entscheidet.
Profil ansehen →Stakeholder-Management & Bankenverhandlung
Proaktive Kommunikation mit Banken, Gläubigern und Gesellschaftern – strukturiert, glaubwürdig, ergebnisorientiert. Restrukturierung gelingt nur, wenn alle an einem Strang ziehen.
Distressed M&A & Carve-outs
Unternehmensverkäufe oder Ausgliederungen unter Zeitdruck erfordern Erfahrung in Distressed-Situationen – von der Vorbereitung bis zum Abschluss, inklusive Investorensuche.
Was Restrukturierungs-Interim-Manager konkret leisten
Unsere Manager identifizieren Einspar- und Optimierungspotenziale und unterstützen bei der schnellen und konsequenten Umsetzung – mit Kenntnis der nationalen Vorschriften und Zugang zu den besten Anwälten und Beratern vor Ort.
- Liquiditätssicherung und -verbesserung
- Banken- und Gläubigerverhandlungen
- Umstrukturierung der Schulden / Eigenkapitalbeschaffung
- Veräußerung von Geschäftsbereichen (Carve-out)
- Senkung der Personal- und Sachkosten
- Sozialpläne und Beschäftigungssicherung
- Optimierung von Prozessen und Supply Chain
- Anpassung des Produktportfolios
- Distressed M&A und Investorensuche
- Wiederherstellung des Vertrauens bei Stakeholdern
- Strategieentwicklung und Businessplanung
- Rückkehr zur Rentabilität und positivem Cash Flow
Internationale Restrukturierungen: Über die Valtus Alliance können auch grenzüberschreitende Mandate abgedeckt werden – lokale Führungskräfte in Organfunktion, internationale Teams für PE-Portfolio-Unternehmen, Supply-Chain-Restrukturierung in Osteuropa oder Asien.
Restrukturierung in allen Branchen – Valtus kennt Ihren Markt
Dank der Vielfalt und der komplementären Ausrichtung ihres Werdegangs verstehen unsere Partner schnell, worauf es ankommt. Unabhängig von der Größe und der Branche Ihres Unternehmens bieten wir Ihnen die Lösung, die perfekt auf Ihre Ziele und Ihre Organisation zugeschnitten ist.




Ansprechpartner & Länderinterviews der Valtus Alliance
Als europäischer Marktführer im Executive Interim Management verfügt die Valtus Alliance über ein umfangreiches Netzwerk von Restrukturierungsexperten in 30 Ländern. Im Jahr 2025 wurden 170 Restrukturierungsprojekte in 20 Ländern durchgeführt. Restrukturierungsrecht, Gläubigerkultur und staatliche Interventionsmöglichkeiten unterscheiden sich erheblich zwischen den Ländern – deshalb hat die Valtus Alliance mit lokalen Experten aller wichtigen Märkte Interviews geführt. Bereits veröffentlichte Artikel auf valtus.de sind direkt verlinkt.
Häufige Fragen zur Restrukturierung mit Interim Managern
Was ist der Unterschied zwischen Restrukturierung und Turnaround?
Turnaround bezeichnet das Abwenden einer existenzbedrohenden Unternehmenskrise: Liquidität sichern, operative Kernprobleme lösen, schnell handeln.
Restrukturierung geht darüber hinaus: grundlegende betriebswirtschaftliche Umstrukturierung – neue Aufbau- und Ablauforganisation, Anpassung der Kapitalstruktur, strategische Neuausrichtung. Restrukturierungen können auch eingeleitet werden, bevor eine akute Krise eintritt.
Wann muss ich in Deutschland einen Insolvenzantrag stellen?
Antragspflicht bei Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) oder Überschuldung (§ 19 InsO) – innerhalb von drei Wochen. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit (§ 18 InsO) kein Antragszwang, aber die Möglichkeit, vom StaRUG oder Schutzschirmverfahren Gebrauch zu machen.
Frühzeitiges Handeln ist entscheidend – Haftungsrisiken entstehen schon bei Insolvenzverschleppung.
Was kostet ein Interim CRO oder Interim CEO in der Restrukturierung?
Abrechnung über Tagsätze inklusive Ergebnisverantwortung. Ohne langfristige Verpflichtungen wie Abfindungen, Boni oder Sozialabgaben. Trotz höherem Tagessatz in vielen Situationen kosteneffizienter als eine Festanstellung – weil es schnell beginnt, klar endet und Ergebnisse liefert.
Wie schnell kann ein Interim Manager in einer Krise starten?
In der Regel innerhalb von 48 Stunden nach Auftragserteilung geeignete Kandidaten präsentiert. Einsatzstart häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen – in akuten Krisen auch schneller möglich.
Entscheidender Vorteil gegenüber klassischem Recruiting auf C-Level-Ebene, das oft sechs Monate oder länger dauert.
Kann ein Interim CRO oder Interim CEO eine Organfunktion übernehmen?
Ja. Valtus-Interim-Manager übernehmen regelmäßig Organfunktionen – als eingetragene Geschäftsführer oder Vorstände. Formale Bestellung durch Gesellschafterversammlung bzw. Aufsichtsrat. Valtus unterstützt bei D&O-Versicherung und Vertretungsregelungen.
Was ist das StaRUG und wann ist es relevant?
Das Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG) ermöglicht seit Januar 2021 eine außergerichtliche Sanierung bei drohender Zahlungsunfähigkeit – vertraulich, ohne öffentliche Bekanntmachung, mit Cross-Class Cram-down. Ein Interim CFO oder CRO mit StaRUG-Erfahrung ist in diesen Verfahren zentral.
Welche Branchen bedient Valtus im Bereich Restrukturierung?
Valtus Germany ist branchenübergreifend tätig: Industrie, Maschinenbau, Automotive, Chemie, Technologie, Handel, Immobilien und Bauwirtschaft. Über die Valtus Alliance auch internationale Sektorspezialisten verfügbar.
Was unterscheidet einen Interim Manager von einem Unternehmensberater in der Restrukturierung?
Der entscheidende Unterschied: Verantwortung und Umsetzung. Ein Unternehmensberater analysiert und empfiehlt – der Interim Manager setzt operativ um, mit persönlicher Ergebnisverantwortung und Entscheidungskompetenz. Stakeholder sehen, wer wirklich Verantwortung trägt.
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Valtus Deutschland vermittelt erfahrene Interim Manager für Restrukturierungen – als CRO, Interim CEO oder CFO. In der Regel einsatzbereit innerhalb von 5–10 Werktagen.
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